Auf der Suche

 

Besser, größer, höher, weiter, aber wonach suchen wir eigentlich wirklich? Ich sitze auf einer Bank und sehe die Menschen rennen. Sie rennen zur Arbeit, sie rennen zum Bus und rennen Nachhause, anstatt einfach mal kurz stehen zu bleiben. Nur für den Moment. Wir sehen die Anderen rennen und laufen automatisch und wie ferngesteuert mit und alles bloß aus Angst, irgendwer könnte vor uns ankommen. Aber wo eigentlich ankommen?

Alle wollen ein schnelles Auto, damit sie auf der langen Strecke endlich Gas geben können. Alle sind auf der Überholspur und rasen ihrem Ziel, das sie noch nicht mal kennen, mit 200 PS entgegen. Die Augen suchen verzweifelt nach einem Schild, einem Zeichen, dass wir hier richtig sind. Aber niemand guckt aus dem Fenster und schaut sich an, was wir gerade im rasanten Tempo passieren. Niemand sieht die Autos, die am Straßenrand stehen und einen Platten haben, nicht mehr weiterkönnen, weil sie gezwungen werden, für einen Moment zu pausieren. Die Menschen mit einer Panne sind zu beneiden, denn von alleine halten die Wenigsten an. Sind wir eigentlich Beifahrer, Geisterfahrer, Falschfahrer oder Selbstfahrer?

Ich mag klappernde Oldtimer viel lieber, als schnelle Sportwagen. Aber am liebsten fahre ich Fahrrad. Verständnislose Gesichter.

Wir heben alle ab, wollen immer höher. Erst kurz vor dem Moment, in dem wir fallen, fliegen wir für die Dinge, die wir tatsächlich lieben. Was lieben wir? Wollen wirklich alle die Welt sehen oder setzen wir uns nur immer wieder in den Flieger, weil wir Angst haben, etwas zu verpassen? Reisen wir deshalb auf den Mond und jagen durch das Universum? Müssen wir uns erst an der Sonne verbrennen, wenn wir wie die Motten blind in die Lampe fliegen. Schon ganz heiß darauf uns selbst zu verletzten. Einfach weil wir Angst haben, dass ein Planet nicht reicht und es ja mehr geben könnte.

Wir drücken immer auf den Auslöser. Fotografieren jedes Detail. Aber gucken wir uns die Fotos an und kleben sie in ein Buch, wenn wir abends nachhause kommen? Wir sammeln diese Bilder, aber vergessen jede Erinnerung und das einfach nur, weil wir rennen.

Bleib jetzt mal stehen!

Ronja Ebeling

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