Marlene & was sie mit meiner Hose zutun hat

 „Wenn man schöne Beine hat, will man sie von den Blicken der Männer massieren lassen!“
– Marlene Dietrich

Ja, ihre Beine in Szene setzen, konnte die Frau! Selbst der alte Willy Brandt war nach einer Begegnung in Berlin, wie angeknipst von ihr. Nicht umsonst wurde sogar eine Hose nach ihr benannt: Die Marlenehose. Aber es ist mehr, als nur eine Hose!

Erst während des ersten Weltkrieges wurde das Hosenverbot in den meisten Ländern für Frauen aufgehoben. Während zuvor nur 1% der gesamten Arbeiterschaft aus Frauen bestand, stieg die Quote während des Krieges auf 90%. Sogar die Männer haben an dieser Stelle erkannt, dass lange Röcke und Kleider in Maschinenhallen irgendwie umständlich waren.

Auch wenn die Hosenform bereits in den folgenden goldenen 20ern ein beliebtes Kleidungsstück war, hat Frau Dietrich in den 30ern mit der Inspiration durch Herrenmode und dem sogenannten „Dandy-Look“ einen neuen Stil erschaffen und sich diesen zum Markenzeichen gemacht. In Kombination mit einem guten Jacket, einer Bluse und manchmal auch einer Krawatte propagierte sie ein Bild der neuen Weiblichkeit: Eigenständig, selbstbewusst und immer noch sexy.

CYMERA_20170521_171249.jpgUnd trotz alldem kam es zu einem Rückschritt in den 50er Jahren. Die Frau trug wieder mehr Rock und Kleid, ordnete sich dem Mann unter und kümmerte sich um den Haushalt, anstatt weiter zu arbeiten. Die drei Ks, Kinder, Küche, Kirche, waren omnipräsent.

Insgesamt hat es über 50 Jahre gedauert bis die Frau endlich Hose tragen durfte und vom Großteil der Gesellschaft akzeptiert wurde. In Frankreich wurde das Hosenverbot für Frauen in der Öffentlichkeit tatsächlich erst 2013 aufgehoben.

In den Sommerkollektionen 2017 ist das Modestück dafür umso präsenter und Labels experimentieren mit verschiedenen Stoffen. Eine gute Marlenehose ist ein Alleskönner: Ob mit Sneakers oder Heels, die feministische Hose passt einfach immer. Ein besonderes Highlight: Der Galonstreifen. Die seitliche Linie am Hosenbein streckt optisch in die Länge. Auch dieses Element haben wir uns aus dem Kleiderschrank der Männer geborgt. Die klassische Smokinghose besitzt einen einfachen Zierstreifen aus Seide. Die Frackhose hat doppelte Galons, also zwei parallel verlaufende Seidenstreifen. Selbst die Marlenehose kann nach 100 Jahren  nochmal einen Twist bekommen!

 

Ronja Ebeling

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