Dress down oder wie ich gelernt habe Kleider zu tragen

Manchmal überkommt es mich. Ich sehe all diese Mädchen mit langen blonden Haaren, Beachwaves und süßen Blümchenkleidern. Irgendwas verhakt sich in meinem Kopf und ich denke „Vielleicht sollte ich auch mehr Mädchen sein. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekomme!“ Dann gehe ich kurzentschlossen los, kaufe mir ein x-beliebiges Kleid und bin stolz auf mich. Ich drehe mich vor dem Spiegel hin und her, sehe ein süßes Mädchen mit Locken, Grübchen und Sommerkleidchen. Das Problem ist: Ich sehe nicht mich.

Irgendwann habe ich angefangen Kleider zu hassen, weil sie dieses komische ambivalente Gefühl in mir geweckt haben. Bitte versteht mich jetzt nicht falsch, ich liebe mein Abiballkleid und finde immer noch, dass ich gut darin aussehe. Trotzdem bleibt tief in mir ein kleiner Funken Unwohlsein, sobald sich meine Beine nicht in jeglicher Hosenform befinden.
Doch jeden Sommer kommt die Frage wieder auf: Soll ich es nicht doch nochmal probieren? So haben schon viele Kleider den Weg in meinen Kleiderschrank gefunden und mussten leider den Rest ihres Lebens auch darin verbringen.
Weil ich irgendwann das Gefühl hatte, ich sei den ganzen Gefangenen in meiner Garderobe etwas schuldig, habe ich angefangen zu experimentieren.
Ich habe den Gedanken „mehr Mädchen sein zu wollen“ beiseite gelegt (wie soll das auch funktionieren, ich bin schließlich schon ein Mädchen) und versucht meine Art von Kleidern zu finden. Schlicht, sportlich und eine Prise Tomboy.
Wenn ich jetzt vor dem Spiegel stand, sah ich kein süßes Mädchen mit Goldlöckchen mehr, aber ich sah mich.

Kleider sind girly. Ich nicht. Das kann nie was werden! Bis ich diesen Gedanken aus meinem Kopf verbannt hatte, mussten tatsächlich neunzehn Jahre vergehen. Damit ihr nicht fast zwei Jahrzehnte damit verbringen müsst, sind hier…

3 Wege ein Kleid zu tragen, wenn ihr Kleider hasst:

Bandana hilft immer
Als ich das Kleid im Shop gesehen habe war ich so: es ist bunt, es ist Leoprint, ich hasse es! Dann bin ich zehnmal drum herum geschlichen und habe es letzten Endes doch anprobiert. Es saß perfekt und ich fand mich gar nicht schlecht darin. Ich nahm es mit nach Hause und probierte es nicht ganz so Tennisplatz-mäßig aussehen zu lassen. Meine Lebensweisheit: Bandana hilft immer! Dazu noch ein Paar Birkenstock in metallic Optik und ich fühlte mich gewagt aber wohl.

IMG_0580ausgewählt2

MomDress
Wer denkt Mom Jeans sei der Trend des Jahres, falsch gedacht! Mom Dress ist genauso angesagt, auf jeden Fall bei uns Kleid-Legastenikern. Was macht man, wenn man kein Geld ausgeben möchte für ein Teil, das eh nur im Schrank hängt? Genau, man klaut mal schnell bei Mama. Mit sportlichen Kniestrümpfen und Sneakern fühle ich mich gar nicht mal so schlecht in meiner Haut.

ausgewählt3ausgewählt4

Zwei zum Preis von Einem
Kleid oder Pullover oder doch Kleid? Wer weiß das schon genau! Ich liebe mein Fila-Kleid über alles. So sehr, dass es sogar seinen Weg in unser „Playground“ Editorial geschafft hat. Wenn ich dann aber doch wieder eine Anti-Kleid Phase habe, verwandelt es sich auch gerne mal in einen sportlichen Pullover.

ausgewählt5ausgewählt6

SaveSave

Josephine Bartels

Hi, ich bin Josi, 20 Jahre alt und studiere Modejournalismus. Zurzeit halte ich mich in Berlin auf und arbeite für PR Agentur. Da ich das Schreiben jedoch viel zu sehr liebe, lasse ich euch hier an meiner Liebe zur Popkultur auf schriftliche Weise teilhaben. Ganz nebenbei bin ich Musikfreak und Schallplatten süchtig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s