Avantgarde in Antwerp

Avantgarde, Zeitgeist-Avantgarde… All diese Begrifflichkeiten verwenden wir um die Mode von Designern wie Demna Gvasalia oder Boris Bidjan Saberi zu beschreiben.

Avantgardisten – ein „kleinerer Trupp, der einer größeren Gruppe vorausgeschickt wird (um etwas zu erkunden o. Ä.)“ (duden.de). Ein Vortrupp der Gesamtheit.

Mode, Malerei, Musik… Egal welches künstlerische Medium: Es gibt immer ein paar Wenige, die nicht zwangsläufig das Genie, sondern den Mut und die Kraft haben die Dinge anders zu sehen und nach vorne zu treiben, über die Klippe hinaus – was zwangsläufig dazu führt, dass wir sie doch als Genie bezeichnen.

Viele, der von uns zu Genies gekrönten Designer, gerade im HighFashion Bereich, wie Gaultier, Gvasalia oder van Assche lernten ihr Denken und ihr Fingerspitzengefühl in den Bereichen Trend und Handwerk. An einem ganz besonderen Ort und zwar der  Royal Academy of Fine Arts in Antwerp.

Am zweiten Juni diesen Jahres flog ich nach Antwerpen um mir die Modenschau eben dieser Akademie anzuschauen.

Bereits als ich ankam spürte man einen Flair in der Luft- eine Elektrizität der Aufgeschlossenheit, Alternativität und Vorfreude floß durch uns alle hindurch und machte uns zu einer großen, dem Einlass entgegenfiebernden Masse, verschiedener Nationen, verschiedenen Alters, verschiedenen Aussehens und verschiedenen Stylings.

Nur ein Beispiel für die eigene, überall verständliche Sprache der Mode.

Nach der Präsentation von bis ins kleinste Detail perfekt gefertigter und designter Röcke oder extravaganten Roben der Kostüm-Geschichte, kam es zur Präsentation der Kollektionen der Master Studenten, welche sich vor allem durch ihre Einzigartigkeiten und Raffinessen bis ins kleinste Detail auszeichneten.

Kleider aus Pappe, interessante Schnittführungen… Jede Kollektion hatte etwas Spezielles zu bieten. Doch besonders drei Kollektionen und Designer traten hervor:

Die Kollektion „Die Natur der Dinge“ von Eduard Both, begeisterte mich vom ersten Teil an. Vom Gleichnamigen Buch des Künstlers Hans Arp inspiriert, schafft es der Designer den Blick auf die wesentlichen Dinge zu richten. Trotz unterschiedlicher Formen, Oberflächen und Kontraste- oder gerade wegen dieser- erscheinen alle Teile als Einzelteile großartig, schweißen sich im Gesamtbild jedoch nicht nur zu einer Kollektion, sondern auch zu einem Gefühl der Gesamtheit und des Ursprungs zusammen. Am Ende entsteht eine Kollektion die im HIER verankert ist, sich jedoch auch in die Zukunft bewegt.

Mr. Bean als Schneider. Ein Albtraum oder nicht ?! Diesen Albtraum machte Woojic Jo zum Thema seiner Abschlusskollektion. Neben einer 12-teiligen classic-cut englischen Herrenkollektion, designte Jo ebenfalls Schals, Accessoires und vieles mehr.

Eine Ernsthaftigkeit lässt sich in seiner Kollektion erkennen. Auf dem ersten Blick nicht sichtbar, verbergen sich hinter lustigen Schuhen an Serie und Film erinnernde und für Mr. Bean typischen Details. Eine unglaubliche Liebe für Herrenschnitte und die Ästhetik des männlichen Körpers. Die Anzüge passen perfekt und wirken nicht wie aus den Händen eines jungen Designers sondern auf einem Fertigungs-Level bereits wie die Arbeit eines alten, erfahrenen Herrenschneiders aus der Londoner Innenstadt.

Sich durch den Kelidungspanzer nach Außenhin besser darstellen, als man sich eigentlich fühlt. Diesen Gedanken benutzte Rushemy Botter in seiner Kollektion „FISH or FIGHT“. Bunte Prints. OverSize. Ebenfalls eine Kollektion die auf jeden Fall einen Blick wert ist.

Unter http://antwerp-fashion.be/show-2017/#masterclass könnt ihr euch selbst ein Bild machen.

timstolte

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