Everything or nothing – Menswear Spring 2018 Mailand

Nicht nur Ludwig der XIV. wusste gut mit Mustermischungen umzugehen.

Mix and Match in Mailand. Die Alliteration verbotener Mischungen – welche Prints am liebsten zusammen den Laufsteg betreten, behandeln wir hier explizit – stürmte die Runways der italienischen Fashion Week für Männer. Wir wussten schon immer, dass italienische Männer extrem stilsicher sind und die Mode ohne jegliche Vorurteile in ihren Alltag einbringen. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass die kreativen Köpfe hinter den größten italienischen Modehäusern, diesen Aspekt in ihre Frühjahrskollektionen inkorporiert haben.

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Während sich Dolce & Gabbana immer weiter im Netz mit ihren #Boycott Shirts provokativ outen, wich die Frühjahrskollektion der beiden italienischen Designer kein bisschen von deren üblichem Schema ab. Bunte, aus dem Alltag ausgeliehene Motive, zierten Anzüge und Hemden, der Total-Look stand plakativ im Vordergrund. Und zum Ende wie gehabt: eine Horde von fröhlichen Models betrat den Runway und stolzierte wie eine Legion dem Photographenberg entgegen. Mächtig, dennoch nicht von dem, was wir schon kennen, abweichend.

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Als die ersten Bilder der Show im Netz zirkulierten, gab es einen grossen Aufschrei: Socken in Sandalen? Tatsächlich hat sich Miuccia Prada, der kreative Kopf hinter der italienischen Marke MiuMiu, das verpönteste Stilmittel, das immer noch mit deutschen Touristen assoziiert wird, zu Gunsten gemacht. Passend zum dominanten Comic-Thema dieser Kollektion, sind die Füße der Models auch nur in Motiven eingehüllt, die nur leicht durch die Riemen der Sandalen scheinen. Kompromiss?

Die Kollektion beinhaltete andererseits auch absolut klassische Mäntel und Anzüge, deren Bürotauglichkeit durch ein Hemd mit Comic Print im Handumdrehen in Street Credibility umgewandelt wurde.

Wer erinnert sich nicht an die T-Shirts der 80er, die stolz das Logo einer Marke, wie ein Fashion Statement, auf die Brust des Kunden trugen? Donatella Versace erfand durch die Wiederverwendung dieses Motivs das Rad nicht neu, ließ es aber dank aufregender Pastellfarben, schneller drehen. Der Total Look war auch hier wieder ausschlaggebend. Everything or nothing. Die Streifen, die wir der Londoner Fashion Week als wiederkehrenden Trend entnehmen konnten, waren auch hier wieder sehr präsent. Jedoch ging es im italienischen Traditionshaus Versace eher um die Mischung beider Richtungen, die dieses Motiv auf dem Stoff einschlagen kann. Waagerecht oder vertikal – Hauptsache die Kombination stimmt.

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Sanfte Pastelltöne und fließende Silhouetten schritten bei Ermenegildo Zegna durch einen orangenen Wald. Slippers und Sneakers in weichem Leder und Tönen von klassischem Schwarz oder Braun bis hin zu rosa Motiven verliehen den traditionellen von Alessandro Sartori entworfenen Silhouetten einen urbanen und jungen Touch.

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Florale Prints und große Aufschriften prangten auf den T-Shirts und Shorts der Frühjahrskollektion von Massimo Giorgietti für seine Marke, MSGM. Logomania ist, wie bei Versace, etwas womit der italienische Designer auf der sicheren Seite mitgespielt, dennoch begehrenswerte Stücke produziert hat. Zusätzlich erfreuen wir uns an dem bunten Print-Mix, der große Blumen mit verschiedenfarbigem Karos auf Hosen, Sweatshirts und Jacken vermischte. Von Plain Plakativ bishin zu wild gemischt, eine Kollektion, die viele verschiedene Stile anspricht.

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Die zweite Show Francesco Rissos für Marni hatte etwas von einem Spiel mit allen Kleidungsstücken, die man in einer Fundkiste finden kann. Doch diese Fundkiste beinhaltet erstaunlich gut miteinander kompatible Teile, die von experimentellem Mix and Match erst ins Leben gerufen werden. Klassische Pullunder oder Mäntel, Anzüge in gewagten Motiven verlassen ihren Ruhestand und werden zu den absoluten Lieblingen junger stilbewusster Männer. Fußwerk in bunt, Handtaschen und Rucksäcke mit Segelmotiven beweisen, dass Motive nicht nur im Kinderreich gefeiert werden können.

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Junge Männer leiten heutzutage Start-ups, die innerhalb weniger Jahre zu großen Firmen werden. Immer mehr junge Typen nennen sich CEOs und besetzen sehr hohe Posten. Mit der Idee im Hinterkopf, dass junge Männer zuhause in Slippers, bei der Arbeit aber in ihrem schicksten Anzug umlaufen, wollte Silvia Venturini Fendi für das Haus Fendi die Veränderung der Haltung dieser Männer der Mode gegenüber darstellen. Das Ergebnis? Wilde Printmischungen, maskuline Schnitte und eine gute Dosis Alltagstauglichkeit. Pouches und Rucksäcke wurden mit ledernen Schlüsselanhänger der Künstlerin Sue Tilley versehen, die Objekte aus dem Alltag, wie Wasserhähne, Schlüsselbunde oder Cocktailgläser darstellen sollten.

 

Juliane Clüsener-Godt

Hello, ich bin Juliane. Ich studiere zurzeit Modejournalismus in Hamburg, möchte in naher Zukunft aber am liebsten in London oder Paris für ein Print-Magazin die aktuelle Modewelt analysieren. Neben einer unendlichen Liebe für Frankreich, mein Heimatland, pflege ich auch mit sehr großer Sorgfalt meine multiplen und diversen Bücher.

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