Ehe für Alle oder Das Merkel-Fiasko

Eine Antwort auf eine Frage in einer Talkshow brachte vergangene Woche die deutsche, politische Welt zum schwanken.

Die Frage , wann denn nun endlich die Ehe für Alle kommen würde, beantwortete Frau Merkel, von ihrem hart-konservativen Standpunkt abrückend, überraschend mit der Forderung nach einer Gewissensentscheidung.

Am letzen Freitag stimmte der Bundestag über den Gesetzesvorschlag ab und verabschiedete diesen mit einer Mehrheit.

Ist Frau Merkel also nun doch „weich geworden“ und verantwortlich für diese Veränderung?

Nein! Viele vergessen die Rahmenbedingungen, in welchen sich Frau Merkel zu gegebenem Zeitpunkt befand. Ihr muss durchaus bewusst gewesen sein, dass sie sich früher oder später PRO „Homo-Ehe“ wenden müsse, da, im Falle einer Wiederwahl, die Koalitionsbedingungen der anderen Parteien (SPD,FDP, Bündnis 90 Die Grünen und der Linken) unter anderem die eheliche Gleichstellung gefordert hätten.

Ebenfalls wurde das Interview zu Beginn der letzen Tagungswoche des Bundestages gehalten, sodass es zum Zeitpunkt des Interviews für Frau Merkel klar war, dass sie in ihren Augen „nichts falsch machen könne“. Denn nur auf Grund des Einsatzes eines noch vorliegenden Gesetzesentwurfes, war es den anderen Parteien unter Führung der SPD, war es möglich den Gleichstellungsantrag noch mit auf die freitägliche Tagesordnung zu setzen und so die Abstimmung herbeizuführen, in welcher Frau Merkel mit „Nein“ stimmte.

Damit schwächte die SPD natürliche ihre Beziehungen, jedoch, und so sagte es auch ein SPD Politiker während der Debatte, ginge es nicht mehr um die parteilichen Beziehungen, welche natürlich durch das schnelle Vorpreschen der SPD geschwächt worden wären, sondern endlich mal um die betroffenen Menschen und ihre Bedürfnisse.

Mit ihrer Stimme gegen die Gleichstellung, hat Frau Merkel sich nun in eine sehr unglückliche Position manövriert. Auf der einen Seite die Liberalen „proHOMO“ auf ihre Seite gezogen, diese jedoch mit ihrer negativen Stimmabgabe wieder vergrault und auf der anderen Seite die konservativen Wähler missmutig gestimmt, da ja erst durch ihre Äußerung diese historische Abstimmung „losgetreten“ wurde.

Um Kahrs zu zitieren: „Danke, Frau Merkel, für nichts.“

timstolte

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