Im Interview mit einer Feministin: Think like a lady, Don’t act like a man!

Im Interview mit Antje Schrupp darüber, warum wir uns nicht nur das eigene Denken zumuten sollten, sondern auch das weibliche Handeln.

Antje Schrupp ist eine Frau. Na und? Das sind doch einige von uns. Antje Schrupp beschäftigt sich als Feministin aber besonders viel mit der Tatsache, eine Frau zu sein, und natürlich mit den verbundenen Folgen. Seit den feministischen Bewegungen in den Siebziger Jahren hat sich einiges in Deutschland getan. Für junge Mädchen, die nach dieser Zeit geboren sind, ist eine Gleichstellung der Geschlechter vollkommen normal, bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie das Ungleichgewicht am eigenen Leibe erfahren. Wir schreiben heute das Jahr 2017 und es stellt sich die Frage, was Feminismus heute ist? Brauchen wir ihn überhaupt noch? Und wie wichtig ist die Haltung jeder einzelnen Frau?

Heute kann man  gar nicht mehr von einem allgemeinen Feminismus sprechen. Welche Art des Feminismus vertreten Sie?

Das stimmt, es gibt viele verschiedene Strömungen. Ich orientiere mich am italienischen Differenzfeminismus. Für mich steht die Freiheit der Frau im Vordergrund. Das bedeutet, dass die Frau sich selber Maßstäbe setzt und zwar unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen.

Aber sind gesellschaftliche Erwartungen nicht ein Problem beider Geschlechter?

Die speziellen Erwartungen an den Mann sind ein neues Phänomen unserer Zeit, das es früher auf diese Weise nicht gab und das etwas anderen Dynamiken folgt. Aber es ist auch egal: Für mich persönlich steht die Freiheit der Frau im Vordergrund, und zwar unabhängig davon, ob andere Geschlechter in einer ähnlichen Situation sind oder nicht. Je nach konkretem Kontext können Frauen und Männer natürlich oft auch zusammenarbeiten.

Wie verhalten sich jüngere Generationen dem Feminismus gegenüber?

Junge Frauen wachsen durch die politischen Umstände in Deutschland schon mit dem Anspruch auf soziale Gerechtigkeit auf und halten es auch für normal, den Männern gleichgestellt zu sein. Daher hat sich der Feminismus in der Hinsicht verstärkt, dass Frauen verstärkter auf ihre Rechten bestehen. Allerdings protestieren nur wenige gegen Erwartungshaltung und Erwartungsdruck.

Was ist der genaue Erwartungsdruck, dem Frauen heute ausgesetzt sind?

Wir werden heute immer mehr dazu gedrängt, Männer zu imitieren: Wir sollen Dinge genauso machen, wie sie, und auf dieselbe Art und Weise funktionieren. Emanzipiert zu sein bedeutet, sich in einer traditionell für Männer ausgelegten Arbeitswelt anzupassen. Universitäten wurden zum Beispiel von Männern für Männer erfunden. Jetzt dürfen wir Frauen auch studieren, aber eben nur, wenn wir uns an die Spielregeln anpassen. Es gibt so viele Bücher, die beschreiben, wie eine Frau der perfekte Boss wird und wie sie es den Männern im Beruf gleichtun kann. Das ist allgemein akzeptiert. Aber wenn eine Frau etwas Althergebrachtes grundsätzlich in Frage stellt, dann ist das nach wie vor nicht akzeptiert. Das meine ich mit Konformitätsdruck.

Was schlagen Sie stattdessen vor?

Verändere die Welt so, wie du findest, wie sie sein sollte! Andere zu imitieren und ihnen nacheifern zu wollen, schränkt die Freiheit der Frauen und ihrer eigenen Persönlichkeit ein. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass eine gesetzliche Gleichheit schon ausreicht. Freiheit entsteht im eignen Denken jeder Frau und spiegelt sich in ihrer Haltung wieder. Zudem müssen natürlich die Männer nicht nur akzeptieren, dass die Frauen nun gleiche Rechte haben, sondern sie müssen auch inhaltlich dahinterstehen, dass Frauen als freie Menschen ihre eigenen Themen setzen.

In welchem Punkt sind wir seit den 70ern am rückständigsten?

Das ist definitiv das Thema Gewalt gegen Frauen! Einerseits ist das Thema aus der Tabuzone herausgekommen, aber gerade durch die Emanzipation hat sich auch die Verantwortung zu den Frauen verschoben: “Sie müssen eben einen vernünftigen Mann wählen, der sie nicht schlägt.“ Dadurch ist das Thema mittlerweile fast wieder ein Tabuthema und viele Frauen sprechen nicht darüber. Die Lösung lautet Kommunikation! Frauen müssen miteinander reden und sich austauschen – und zwar in jedem Aspekt!

 

Ronja Ebeling

Hello, it's Ronny! Ich mache zurzeit mein Volontariat bei Gala Online in Hamburg. Derbleu.com möchte ich trotz Vollzeitjob weitermachen. Diese Website ist meine kreative Spielwiese: Hier steckt viel Herzblut, Gedankengut und Zeit drin.

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