Review: Lana Del Rey – Lust For Life

Wirklich so anders, als erwartet? Gibt die Marktführerin des Depri-Pop´s mit ihrem neuen Album „Lust For Life“ Ihre Stellung auf und mischt nun auch in den „Top Sommer Playlists“ mit?
Weniger euphorisch, als vielleicht erwartet klingen die bis gestern noch unbekannten Songs, aber es gibt tatsächlich weniger Herzschmerz und Pessimismus auf dem neuen Langspieler der 32 jährigen Amerikanerin. Etwas feministischer oder zumindest kritischer und aufgeweckter wirkt Del Rey in Tracks wie „When The World Was At War We Kept Dancing“ und „Coachella – Woodstock In My Mind“, verliert dabei aber nicht die gewohnte Ruhe.

Die schon vor Albumrelease bekannten Songs „Love“, „Lust For Life (with The Weeknd)“ und „Coachella – Woodstock In My Mind“ wurden in Radiotauglichkeit von den restlichen Albumtracks nicht geschlagen, ein paar Titel wie „Tomorrow Never Came (feat. Sean Ono Lennon)“ und „Get Free“ sind dabei aber auch für das breitere Publikum geeignet. Fans ihrer Musik werden trotz der Andersartigkeiten auch von Del Reys neuer LP begeistert sein. Sie hat wenig verloren und viel dazugewonnen. Vor allem an Vokaleffekten. Es gibt wohl keinen Stimmverzerrer oder Halleffekt, welcher noch nicht über die Stimme der Sängerin gelegt wurde. Besonders vom Album „Ultraviolence“ ist man die elektronische Vergewaltigung Del Reys Stimme gewohnt, fallen in Lust For Life aber dennoch neue Ideen der Produzenten auf, „Summer Bummer (feat. A$AP Rocky & Playboi Carti)“ ist dabei das Paradebeispiel.

Beim ersten Reinhorchen durch Lust For Life fallen vor allem die Tracks auf, welche Del Rey nicht alleine aufgenommen hat. In stolzen fünf Song lässt sich die Sängerin auf ihrem Album unterstützen, das gab es bisher nicht. Generell ist Del Rey nicht für Duette bekannt, doch stehen ihr diese in Lust For Life erstaunlich gut.

16 Songs erwarten den Käufer oder Streamer des Albums und davon gilt es auch jeden einmal gehört zu haben. In der neuen LP werden für jeden Typen andere Songs ansprechend oder eben langweilig sein, also sollte sich hier jeder eine Portion neuer Songs für seine Lieblingsplaylist aussuchen. Fündig wird man auf alle Fälle, da das neue Album von Lana Del Rey wirklich überzeugt. Sie sehnt sich nach Veränderung und steuert diese auch direkt an. Bleibt dabei aber authentisch. Mit mehr Stärke als auf den alten Platten überzeugt sie mit Lust For Life.

Pflichthörprogramm: „White Mustang“, „Tomorrow Never Came (feat. Sean Ono Lennon)“ und „Get Free“.


Photo By Neon Tommy Uploaded by C.Jonel (Coachella Weekend 2 Artists-88) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Hannes Marxen

Norddeutscher Azubi / Student, Musiker und Blogger. Jeden Besucher lade ich herzlichst zum gemeinsamen Kaffeetrinken ein. (die Kulisse wähle ich und Reise- sowie Unterkunftskosten übernimmt der Besucher)

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