Insight Nightlife: Londons Party Kollektive

Eine durchtanzte Partynacht kann ein unglaubliches Erlebnis sein und viele können sich immer noch an diesen einen Abend vor drei Jahren erinnern, der die besten Stunden ihres Lebens einläutete. Doch feiern gehen heißt nicht immer nur die Opulenz des Nightlife genießen. In der queer Community wird Clubbing zu einer Form des alternativen Gemeinschaftsaktivismus, der sowohl in seiner alleinigen Existenz, als auch in den vielseitigen sozialen, kulturellen und künstlerischen Verbindung, die er schafft, radikal ist. Glitter, Lichter, Neonschriftzüge und Spiegelfläche werden zu Aussagen. Events ohne Diskriminierung und voller Diversity in den Clubs sind das Ziel von Londons Party Kollektiven, die größtenteils von Frauen oder LGBT Aktivisten geleitet werden

Pussy Palace ist so ein Kollektiv. Angefangen hat alles damit, dass die Freundinnen Nadine Artois, Skye Barr, Monroe Bergdorf und Kesang Ball, genug hatten von einem Nachtleben voller Ausgrenzung und gesellschaftlichen Druck. Deshalb starteten sie eine eigene Partyreihe in ihrer WG. Immer mehr Leute wollten kommen und irgendwann reichte der Platz nicht mehr, also verlegten die vier Freundinnen die Party von der Altbauwohnung in den Club. Das Konzept blieb das Gleiche.

„Changing the scene is not our job as individuals, but the collective job of  our community“ – Goldsnap

Akzeptanz und Offenheit hören nicht an der Clubtür auf. Auch nicht wenn ab da der Nebel dichter, der Bass lauter und die Musik besser ist. Mit dem diskriminierenden Standart wird offensiv gebrochen, wenn die entscheidende Frage an der Tür nicht mehr die ist, ob das Mädel die richtigen Schuhe trägt. Es sollte nur darauf geachtet werden, wie die etwaige Person sich verhält und äußert. Eine antirassistische und feministische Clubpolitik ist auch das Ziel vom Women of Colour Kollektiv BBZ. Als sie irgendwann keine Lust mehr hatten immer bis nach East London fahren zu müssen um zu irgendeiner Art von Queer Rave gehen zu können, bildeten die beiden Frauen ihr eigenes Kollektiv. Da sich noch keine Platform für Women of Colour gebildet hatte, um sich aktiv auszutauschen, organisierten sie Partys für eben diese.

Ladys Night und trotzdem alles voller Typen. Das besonders Männer sich im Nachtleben vorrangig fühlen ist für Goldsnap das Hauptproblem. Ihr Ziel ist eine Clubszene in der Frauen sich sicher bewegen können, respektiert werden und frei sind. Deshalb heißt ihre Türpolitik strikt und einfach: Women Only. Ausnahmen bilden nur die schwulen Besten Freunde, die natürlich nicht draußen warten müssen.

Die Philosophie ist bei jedem Kollektiv die gleiche: Good Vibes und Respekt. Keiner hat Bock auf eine Partynacht mit Diskriminierung und schlechter Atmosphere. Noch werden feministische und LGBT Issues oft als Trends abgetan und nicht als soziale Bewegungen angesehen. Doch gleichzeitig üben die wachsenden queer und DIY Nightlife Nischen einen Druck auf diverse Events aus und bringen uns vielleicht dazu unser eigenes Partyverhalten zu überdenken.

Josephine Bartels

Hi, ich bin Josi, 20 Jahre alt und studiere Modejournalismus. Zurzeit halte ich mich in Hamburg auf, bin Berlin gegenüber aber auch nicht abgeneigt. Ich schreibe hauptsächlich über Musik oder popkulturelle Themen.

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