Dalida – in den Kulissen einer ikonischen Garderobe

Neben ihrer totalen Hingabe zur Musik und zur Bühne pflegte die italienische Sängerin Dalida, die in Ägypten unter dem Namen Iolanda Gigliotti zur Welt kam und später hauptsächlich in Frankreich ihren Ruhm auslebte, eine große Liebe für feminine Kleider – von bekannten Designern wie Nina Ricci oder Jean Dessès bis hin zu anonymen Modeschöpfern.

Dieser zweiten Liebe widmete das Pariser Musée Galliera eine Ausstellung, die dank der Spende der gesamten Garderobe von Dalida durch ihren Bruder  Orlando Gigliotti, ermöglicht wurde. Zu ihren bekanntesten Liedern – Salma ya Salama, Laissez-moi danser und Comme disait Mistinguett läuft der Besucher des Museums durch zwanzig Jahre Modegeschichte.

Nach ihrem misslungenen Mordversuch 1967 eroberten die für die Modegeschichte ausschlaggebende Kreationen den Kleiderschrank dieser Frau, die bisher dem New Look der 50er in Form von braven Kleidchen auf der Bühne sowie auf der Straße treu war. Die flamboyante Disco-Silhouette der 80er trifft auf die klassischen aber revolutionären Entwürfe Yves Saint Laurents. Der zweiteilige Frauenanzug von Saint Laurent sowie die mit Pailletten bedeckten speziell für die Sängerin von Michel Fresnay entworfenen Bühnenkostüme werden die Erkennungsmerkmale der Sängerin und Teile ihres Alltags.

Sie tauscht ihre brave braune Mähne aus den 60ern für ein glänzendes Blond aus und füllt mehrmals nacheinander die große Konzerthalle L’Olympia in Paris mit ihrem Hit Gigi L’amoroso.

Von klassisch romantisch zu schillernd flamboyant. Rotes Büstierkleid aus Samt von Jean Dessès und Bluse mit Rock aus Krepp und Lamé von Yves Saint Laurent Rive Gauche. Jeweils aus 1958 und 1977.

Ihre Garderobe folgte den Veränderungen der Modewelt, reflektierte aber auch ihre Karriere sowie Dalidas eigene künstlerische Entwicklung. Das junge Mädchen aus Kairo sah ihre Träume Wahrheit werden und spielte sich selber in mehreren Filmen.

„Moi, je vis d’amour et de risque. Quand ça ne va pas, je tourne le disque.“
Zitat aus dem Lied Laissez-moi danser

„Ich lebe von Liebe und Risiko. Wenn es mir mal schlecht geht, drehe ich die Platte einfach um. “ Hinter ihrer glitzernden, glücklich lächelnden Fassade blieb Dalida eine fragile Person, die sich 1987 erneut dazu entschied, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Die Sängerin hinterliess einen kurzen Abschiedsbrief: „Das Leben ist mir unerträglich geworden, bitte vergebt mir.“ Im Viertel von Montmartre wurde zehn Jahre nach ihrem Tod ihr zu Ehren die Place Dalida eingeweiht.

In der französischen Kultur bleibt diese ikonische Sängerin heute noch sehr wichtig und beliebt. Anfang 2017 widmete Lisa Azuelos – Regisseurin des Teenager Hits LOL –  Dalida einen biographischen Film.

Juliane Clüsener-Godt

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