calvin klein 205w39nyc

Bereits im letzen Artikel wurde über die Calvin Klein by Raf Simons Show der NYFW der letzen Woche berichtet. Im speziellen im Kontext der Hose und der nun aufgewühlten Tristes des männlichen Kleiderschranks.

Ich möchte heute heute nicht im speziellen auf einzelne Kleidungsstücke eingehen, sondern die Kollektion als ganzes betrachten.

Als Raf Simons vor einigen Monaten seine erste Kollektion für CALVIN KLEIN vorstellte, war es wie nach Alessandro Michele’s erster Show für Gucci – es war komplett anders, als alles vorangegangene aber es war die pure, neudefinierte Essenz des Hauses selbst. Genau wie bei Gucci erfolgte bereits sehr schnell, nachdem in Führungsetagen bemerkt wurde wie gut besagte Designer bei den Konsumenten ankamen, ein Rebranding – zugeschnitten auf die subjektive Interpretation der Marke. So laufen Raf’s Kollektionen unter dem Titel „Calvin Klein 205W39NYC“, ein Hinweise, nicht nur auf den Standort der Ateliers, sondern auch auf die von Simons selbst angestrebte Neudefinition des amerikanischen Begriffs in der Vergangenheit und Zukunft in Form seiner Mode. Bereits die Angefügte Adresse („205W39NYC“) gibt Aufschluss darüber welches Amerika-Gefühl der Designer aufgreift – NYC.

Eben dieses „NYC-Amerika“ bzw. etwas allgemeiner gefasst „Liberale-Amerika“ scheint, bereits wie in seiner ersten Kollektion, trotz typischen Western Elementen wie den Cowboy Boots, auch in seiner SS 18 Kollektion durch. Wichtig zu erwähnen ist, dass Simons, dieses Mal nicht direkt als Creative Director tätig war wie bei Dior oder Jil Sander, sondern um einiges mehr Verantwortung als in den Vorjahren in die Hände seines langjährigen Freundes Pieter Mulier legte. Wie sehr Simons von Mulier und Mulier von Simons abhängig ist, zeigt sich besonders in den gemeinsamen Klein Kollektionen, welche zwar nicht nur auf den ersten Blick Raf’s Handschrift tragen aber trotzdem einige neue Aspekte und neues Feeling innehaben.

Die Spring/Summer 2018 Kollektion ist oberflächlich leicht zu beschreiben: Ruby, Warhol Prints, Horror Movie. In der sich vom American Dream und vom American Nightmare inspirieren Kollektion werden zunächst durch scheinbar plump wirkende Mittel wie bereits besagte Prints und Collaborations, die im heutigen Amerika vorherrschenden Albträume in Form von alten typisch Amerikanischen Horror Filmen aufgegriffen. Das wichtige und sehr interessante ist dabei, dass Simons und Mulier es schaffen den Nightmare Aspekt, nicht nur durch moderne Stoffe in einen American Dream zu verwandeln, sondern dieser Dream alleine durch den bloßen Fakt, dass alte amerikanische Filme und Drucke („Silver Car Crash“ Warhol)  aufgegriffen wurde, und teilweise auch durch die Nostalgie, dass zur damaligen Zeit „albtraumhafte“, hier als Stück amerikanischer Kultur zu verwenden um nicht etwa von den momentanen US-Amerikanischen Problemen abzulenken, sondern ihnen schreiend und blutüberströmt gegenüber zu treten.

timstolte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s