Lieb‘ doch wen du willst – Container Love

Kunstausstellungen sind meistens so: Oh tolle Vase, schau da hinten noch eine. Oh von der ist noch mehr erhalten. Ach aus dem antiken Griechenland, ja sofort erkannt. Was du kennst den Künstler nicht? Ich auch nicht aber ich tue empört, damit alle denken ich sei gebildet. Übrigens Michelangelo, Mona Lisa, Picasso, Der Schrei.

Oder sie sind so: Wow, ne Zahnbürste. Liegt aber falschherum. Nein, ich stehe falsch. Ah ja jetzt sehe ich’s. Tolle Message. Ganz deep. Der Künstler ist heute hier? Ach der mit Bart und großer Brille da hinten? Ich frage mal eben was denn seine Intuition war. Gummibären, pinke T-Shirts und glitzernde Ananas-Mojitos. Ja stimmt, hätte ich auch von alleine draufkommen können.

Sie können aber auch so sein: Moderne Fotografien von unterschiedlichsten Menschen. Interessierte Zuschauer schlendern mit einem Bier in der Hand durch den Raum. Keine drei Stockwerke in denen man sich verläuft. Am Abend ein kleines Konzert einer jungen Musikerin. Die Kunstwerke leuchten einladend, der Stil ist ein Mix aus Rustikalität und Popart. Wer nicht mehr stehen will setzt sich eben auf den gemütlichen Sessel aus Omas Wohnzimmer. Jeder ist willkommen, denn hier regiert die Liebe und das Miteinander.

Container Love ist ein Kunstprojekt, das der Art & Creative Director Christian Ruess gegründet hat. Mit dem Projekt wollte er nicht nur einen Raum für Künstler schaffen, sondern auch der Liebe ihre Freiheit geben.
Der Ausstellungsraum beschränk sich auf einen Industrie-Container, der jahrelang auf dem MS Dockville sein zuhause hatte, dieses Jahr aber auch dem Reeperbahn Festival einen Besuch abgestattet hat.
Künstler wie Kostis Fokas, Paul Peter oder auch Laurence Philomène gehörten in den letzten Jahren zu den Ausstellern.

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Container Love bietet Fläche um verschiedene Sichtweisen zu Liebe und Sexualität vorzustellen. Jede einzelne Ausstellung ist eine Hommage an Diversität, Schönheit und Verlangen. Jedes Bild ist auf seine Weise schön, in diesem Container herrschen keine Vorurteile, Schönheitsideale oder Diskriminierung. Die Kunst spricht alleine für etwas, das schon lange Realität sein sollte, Gleichberechtigung und keine Homophobie.
Fuck Gender Roles – enjoy Art, so kann man das Ganze wohl am besten zusammenfassen.

Josephine Bartels

Hi, ich bin Josi, 20 Jahre alt und studiere Modejournalismus. Zurzeit halte ich mich in Hamburg auf, bin Berlin gegenüber aber auch nicht abgeneigt. Ich schreibe hauptsächlich über Musik oder popkulturelle Themen.

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