Jahresvorsatz 2018: Weniger machen

Geht es nur mir so oder sind auch andere davon überzeugt, dass 2017 definitiv weniger als 365 Tage hatte?

Während ich eben noch im Februar am südafrikanischen Strand saß, um dem deutschen Winter zu entfliehen, verpasste ich ein paar Monate später die Sommertage in der Heimat und prompt ist auch schon wieder Weihnachten. Ich möchte den Liedtexten folgen, der Generation Y gerecht werden und 2018 mehr im Moment leben. Das ist mein Neujahrsvorsatz, aber wie mache ich das bloß?

Vor ein paar Wochen erzählte mir eine Bekannte (24), dass ihr Krebs zurück sei und sie wieder in die Klinik müsse. Erst kurz vorher erfuhr ich, dass meine Cousine ihr zweites Kind zur Welt gebracht hat. Ich befand mich irgendwo zwischen Glücksgefühl und gelähmten Stillstand. Laut dem Ärzteblatt, werden in Deutschland pro Jahr etwa 4.500 Patienten im Alter zwischen 15 und 39 Jahren mit Krebs neu diagnostiziert. Ist das die Statistik des Lebens und falls ja:

Wäre ich heute bereit morgen zu sterben?

Viele Menschen würden sich in diesem Moment wohl eine Liste schreiben, die aufzählt, was sie unbedingt noch machen müssen: Einen Fallschirmsprung, mit Haien schwimmen, ein Land per Anhalter bereisen, One-Night-Stands haben oder vielleicht doch noch schnell die große Liebe finden, einen Traumjob haben und Zeit mit Familie und Freunden verbringen…. Aber erleben wir diese Dinge wirklich, wenn wir sie auf der Liste abhaken? Wenn ich an einem Tag auf dem Pferd durch die neuseeländische Landschaft reite, kann ich es dann richtig genießen, obwohl ich gestern noch einen Bungeesprung gemacht habe und eigentlich noch kopfüber am Seil hänge?

Ich möchte weniger auf der Liste haben und nicht mehr

Mein Lebensmotto hieß bisher immer: „Ich habe lieber zu viel auf der Liste stehen, als zu wenig“ und auch meine Mutter wirft mir vor, dass ich mich viel zu schnell langweile und in einer ständigen Achterbahn lebe. Aber 2018 möchte ich es lernen: Ich will den nackten Stillstand spüren, in leisen Momenten leben, die Ewigkeit vergessen und mich dafür an die winzigste Kleinigkeit erinnern. An einem Tag im Februar vor zwei Jahren saß ich auf einem Boot auf Waiheke Island und habe mit Freunden auf meinen Abschied angestoßen, weil ich schon wieder weiterraste. Dann beobachtete ich, wie die Sonne das Salzwasser fast magisch zum Glitzern brachte und ich beschloss: Dieses Glitzern darf ich nie vergessen. Der funkelnde Glanz eines unschuldigen Moments voller Glück und Zufriedenheit. In welchem der Flügelschlag eines Schmetterlings die Welt zum Beben bringt, ein einziger Sonnenstrahl den Erdball in Flammen aufgehen lässt und man einen Grashalm durch den Boden wachsen hört.

Es stimmt: Das Leben besteht nicht aus den Momenten, in denen wir atmen. Es sind jene, die uns den Atem rauben und trotzdem brauchen wir dazwischen Sekunden des Luftholens.

 

Team DerBleu wünscht euch ein Jahr voller Liebe, Glück und Zufriedenheit!

Ronja Ebeling

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