Raf vom Bahnhof ZOO – A/W 18/19

Das Set, welches eher einem zurückgelassenen, griechischen „Fressgelage“ ähnelte, grüne Stroboskoplichter und ein Gefühl der Bedrückung und des Zerfalls, waren das Grundkonstrukt von Raf Simons A/W 18/19 Show in Ney York am vergangenen Mittwoch.

Sex, Drug und eher weniger „ROCK and ROLL“, waren das dominierende Thema auf dem Laufsteg. Raf Simons inszenierte eine Show, tief verwurzelt mit Büchern und Theaterstücken aus seiner eigenen Jugend, welche eine gewisse Stimmung in den Großstädten der damaligen Zeit porträtierten.

Auch wenn nicht aus dem ersten Look sofort hervorgehend, wurde die Inspiration spätestens nach einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Christiane F.- Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ deutlich. Das gleichnamige Buch und der gleichnamige Skandalfilm aus den frühen 80ern, waren Themen mit denen sich Raf vor allem in der Schule auseinandersetzte. Erzählt wird die Geschichte von und über Christiane F. , eines gerade frisch gebackenen Teenagermädchens aus Berlin, die in einem Strudel aus Heroin, Hasch und dem Straßenstrich versinkt. Wie im Trailer gesagt: „Mit 12 Hasch- Mit 13 Heroin – Mit 14 Straßenstrich“.

In die Kollektion übertrug sich dieser Gedanke zum einen durch Farb- und Materialwahl, verschlissen wirkende Kontrastfarben als Mantelfutter, Latex-Handschuhe und Gummi-Boots. Kleine, um die Handschuhe geschnallte, Dosen gaben Hommage an Pillen- und Drogendöschen aus dem Film.

Die Silhouetten waren geprägt von Dekonstruktion und klassischem Tailoring, so bestanden die meisten Looks der Show aus verschiedenen Mantel und Jacken Variationen mit Abwandlungen dekonstruierter Strickpullover/-pullunder, welche am- vom Pullover getrennten- Kragen, skulpturell drapiert waren.

Street Wear Elemente erhielt die Kollektion vor allem durch Sweater mit dem Ausdruck „DRUGS“- COOKIE MUELLER AND GLENN O’BRIEN“, eine Hommage an das Theaterstück, und mit auf den Hosen angebrachte Patches, welche beispielsweise „LSD“ lasen.

Was Raf Simons schafft, ist etwas, was die Stadt, aus der seine Inspiration kommt, an vielen Stellen selber nicht schafft. Der Berliner „Crack-Schick“ / „Fetisch-Schick“, welchem viele Berliner Label ( Ausnahmen sind: GmbH, 032c, OTTOLINGER ) nachhängen und es nicht schaffen ihn wirklich gekonnt aufzugreifen, wird hier – natürlich aber in einer „toned-down“ version- von dem belgischen Designer aufgegriffen und auf den Laufsteg in NYC gebracht.

Bravo Raf!

Beitragsbild ( Quelle: https://vimeo.com/156600346 )

timstolte

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