Wie Künstler mit Kollagen den Staub von alten Gemälden photoshopen

“When I was little, I was bored when I went to museums with my parents. Now, this has ceased to be boring at all.”  Für seine neuste Serie The Daily Life Of Gods schneidet der Ukrainische Künstler und Designer Alexey Kondokov Engel, Heilige oder ganz normale Leute aus Gemälden aus und setzt sie in Form von Kollagen in moderne Alltagssituationen. Kreative wie er oder Naro Pinosa verschmelzen auf Instagram klassische Kunst mit modernen Fotografien, damit die Jugend nicht mehr ins Museum zu gehen braucht.

So fährt eine Gruppe Engel samt Maria und Jesus mit der Bahn. Eine Nymphe steht nackt neben dem Mülleimer einer Unterführung oder schmiegt sich im Bus an einen Fischer. Alles ist farblich und lichttechnisch so aufeinander abgestimmt, dass man meinen könnte, die Situation hätte wirklich stattgefunden.

“The idea came to me spontaneously when I saw the work Bacchus on a Throne and thought, ‘What if I put them in our time, in modern-day surroundings?’ On my way home from work, I took a photo with my mobile phone and, the next day, I made a collage with it, then with the works of Caravaggio and Bouguereau.“

Das Gemälde von dem Alexey Kondokov spricht ist von Caesar Boetius van Everdingen und zeigt, wie Nymphen Bacchus, dem Gott des Weines, diesen anbieten. Da ist der Gedanke an die jetzige Zeit also recht naheliegend – schließlich trinken wir auch heutzutage noch Wein. Die Frage, die er sich bei seiner Arbeit stellt ist also viel mehr, wie sich unsere Welt verändern würde, wären Menschen aus der damaligen Zeit Teil unseres Alltags. Dabei gehe es Kondokov mit seinen Kollagen aber nicht um Aufklärung oder eine Kritik an der Gesellschaft, sondern um einen rein anthropologischen Blick auf unsere Lebensweise.

„The biggest challenge is to make sure that this is the story I want to tell. I imagine what the story could be or look at my own photos and think which character could complete it. Often, I only need to know the era of the artwork I need, so the periods in art differ from each other not only in terms of technique but also the scenes being depicted.”

Dieser Prozess kann wenige Stunden oder mehrere Tage dauern. Angefangen bei der Auswahl der Charaktere, bis zur Erstellung des Plots. Einmal versuchte Alexey drei Tage lang zu dem Haus eines Freundes zu kommen, bloß um dort den Lift zu fotografieren.

Eine andere Art die Dinge anzugehen hat Naro Pinosa. Der Spanier verwendet zwar genauso das Prinzip von Kollagen, jedoch auf weitaus unsubtilere Art und Weise. Denn oft sind seine Bilder schlicht und einfach aufeinandergelegt.

„It is so easy to complicate things, and it takes the slightest bit of effort to complicate life, or an image. I keep this simple. It’s a hobby.“

Trotzdem haben es seine Kombinationen in sich und sind um einiges provokativer, als die von Alexey. Naro verwendet in seiner Arbeit auch viele klassische griechische Skulpturen, sowie Mode- und Beauty-Fotografie. Es finden aber genauso pornografische Bilder Verwendung, welche in homoerotischen Darstellungen, gepaart mit religiösen Szenen gipfeln. Dabei liegt sein Hauptaugenmerk auf der Sensibilität für den Menschlichen Körper und seinem Sinn für Humor.

Bildschirmfoto 2018-02-19 um 13.04.37

„The images or concepts are from disparate universes, but they are similar. The conventional is boring. And sex is fascinating.“

Beitragsbild via @alksko

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Hanna Lüthi

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