„Ich treffe einen verheirateten Sugar Daddy. Na und?“

Die App Seeking Arrangement ist wie Tinder: Jeder kennt es, aber niemand will es zugeben. Derbleu hat mit einem Sugar Babe geredet, das die App nutzt, um die Welt zu sehen und sich neben dem Studium etwas dazuzuverdienen.

„Seeking  Arrangement ist eine Überlebenstaktik“

Die Hintergründe: Es gibt mittlerweile zahlreiche Apps und Plattformen, die Dates zwischen Reichen (Sugar Daddys oder auch Sugar Mums) und Sugar Babes arrangieren. Das Ganze nennt sich dann Sugaring. Eine Studie von „Save the Student“ fand jüngst heraus, dass jeder zehnte Studierende seinen Körper nutzt, um an Geld zu kommen – ob über Sexarbeit oder Arzneimitteltests. Durch die hohen Studiengebühren steigen diese Zahlen in den USA und Großbritannien enorm. “Junge Leute haben heutzutage nicht genügend Geld, um ihre Bildungsziele zu erreichen. Für einige ist es weniger eine Frage der Luxusarbeit, sondern eher eine Überlebenstaktik!“, so Brandon Wade, der Gründer der App Seeking Arrangement.

Sugar Babe trifft Sugar Daddy

Aber auch in Deutschland gibt es Sugar Babes: Anita* ist Studierende und 21 Jahre alt. Bei der App Seeking Arrangement ist sie bereits seit zwei Jahren angemeldet. „Ich fand das Thema schon immer sehr interessant und lukrativ, da es tolle finanzielle Möglichkeiten bietet. Allerdings hatte ich lange nicht den Mut, die Angebote wirklich anzunehmen“, so die junge Frau gegenüber derbleu. Das soll sich nun ändern, denn die 21-Jährige hat in diesem Jahr zwei große Reisen in der Pipeline. Zunächst macht sie aber deutlich, was für unterschiedliche Angebote es von den Sugar Daddys gebe: „Verheiratete Typen, die 500 US-Dollar für eine Stunde im Hotel anbieten, Leute die bereit sind 100 US-Dollar nur für ein Tittenbild zu zahlen, Typen die echte Beziehungen und sogar Ehe suchen, Pärchen, die etwas Kick in ihre Beziehung bringen wollen. Es gibt alles von A bis Z!“

Instagram-Star Kaeden Harveland, 18, ist bereits seit zwei Jahren mit einer Dating-App am Goldschmieden und verdient sich mit seiner Präsenz in den sozialen Medien und durchs Sugaring ein Monatseinkommen von ungefähr 5000 US-Dollar. Dabei erklärt er im Interview mit „Buzzfeed“, dass er nicht mal mit seinen Kunden ins Bett ginge: „Menschen sehen uns zwar als Prostituierte, aber das stimmt nicht. Ich hatte noch nie eine sexuelle Beziehung mit einem Sugar Daddy. Das Höchste was ich je gemacht habe, ist eine Umarmung – aber das liegt daran, dass ich Umarmungen mag!“

daddy came to play

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Ihr Sugar Daddy ist verheiratet

Oft geht es auch einfach um Gesellschaft und so ist auch Anitas USA-Reise, die im Sommer ansteht, ohne sexuelle Verpflichtungen. Bei ihrer geplanten Winterreise möchte die Studierende einen Schritt weiter gehen. Nebenbei bemerkt, befindet sich der Kunde in einer Ehe: „Es wird Sex erwartet. Dabei sind viele Sachen neu für mich, wie zum Beispiel Double Penetration, Gangbang und so weiter. Aber ich war schon immer an diesen Dingen interessiert und es ist eher eine positive Aufregung.“ Trotzdem gibt es absolute No-Gos für sie. „Ich würde mich nie filmen lassen!“, zieht sie entschlossen die Linie und auch Kaeden Harveland bestätigt, dass die Kunst darin liege, selber der Boss zu sein und dem Gegenüber Grenzen zu setzen. Anita erklärt weiter, dass Respekt und Verständnis die Grundlage für eine Beziehung zum Sugar Daddy seien. „Er weiß, dass ich die Dinge noch nie gemacht habe und es sein kann, dass ich sie nicht mag. Sollte dies der Fall sein, ist das absolut kein Problem und wird seinerseits respektiert“, so das Sugar Babe. Aber was sagt die Ehefrau des Sugar Daddys zu seinen außerehelichen Aktivitäten? „Sie weiß nicht, was ihr Mann macht“, erklärt die junge Frau, die sich in ihrem Privatleben auf keinen verheirateten Mann einlassen würde. „Da habe ich ja keinen Nutzen von!“, fasst Anita zusammen.

Wie gefährlich ist Sugaring?

Ist das jetzt unmoralisch und verwerflich? Dass Sugaring in unserer Welt zur Normalität wird, ist ein Fakt, den man entweder mag oder eben nicht. Es ist aber wichtig darüber zu sprechen, es kein Tabu-Thema werden zu lassen und somit den Austausch der Sugar Babes zu garantieren, denn nur der bringt ihnen Sicherheit. Egal, ob sie sich aus einer finanziellen Notlage heraus für eine Sugaring-App entscheiden oder aus reiner Neugier, sollten sie auf ihr Umfeld vertrauen können. Freunde sollten sie fürs Sugaring nicht verurteilen, sollen ein offenes Ohr haben. Zum Selbstschutz haben viele Sugar Babes zum Beispiel Pfefferspray oder einen Taser dabei. Aber das alleine reiche nicht, erklärt auch Kaeden Harveland, der seinen Freunden immer einen Live-Standort schickt: „Darüber informiere ich den Sugar Daddy auch und beobachte seine Reaktion. Sollte er mir etwas Böses wollen, würde er die Versendung nicht wollen.“ Kaeden ist froh, dass er auf seine Freunde zählen kann. Die App bietet zudem einen „Diamanten Status“, der an geprüfte Sugar Daddys und Moms vergeben wird. Junge Frauen sollten sich also an den Spruch „Diamonds are a girl’s best friend“ halten und sich nur mit den verifizierten Members treffen.

*Name geändert

Photo by Yoann Boyer on Unsplash
Ronja Ebeling

Hello, it's Ronny! Ich mache zurzeit mein Volontariat bei Gala Online in Hamburg. Obwohl ich damit schon gut ausgelastet bin, kann ich Derbleu.com einfach nicht links liegen lassen. Diese Website ist meine kreative Spielwiese: Hier steckt viel Herzblut, Gedankengut und Zeit drin.

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