Patagonia – Wie Surfen die Mode nachhaltiger macht

In einer Zeit in der jeder Millenial mindestens Flexitarier ist, in der sogar bei dem Dönermann in Kreuzberg auf Mülltrennung geachtet wird und in der selbst die Werbung auf Instagram größtenteils aus „Rettet die Weltmeere“ besteht – da versucht die Modewelt mitzuziehen und einen auf sustainable zu machen.

Doch, dass das nur ein weiterer Trend ist, wie Flared Trousers mit Snakeprint, durchschaut man schnell. Plötzlich geht das auf Knopfdruck – dieses eco-friendly, dieses nachhaltig, dieses umweltbewusst.

Jeder Highstreet Store bekommt einen grünen Daumen und versucht Jahrzehnte der Umweltverschmutzung und Ausbeutung mit einer einzigen Bio-Baumwoll Capsule Collection wieder gut zu machen, während im Hinterhof gerade die nicht verkauften Samples verbrannt werden.

LET MY PEOPLE GO SURFING – eine wahre Sustainability Chronik

Ein Label, das diesen Trend umdreht, ist Patagonia. Das Outerwear Label ist in der Streatwear Szene aktuell enorm beliebt  und längst nicht mehr nur bei Wellenreitern, sondern auch Instagramern,  bekannt.

Der Gründer des Labels ,Yvon Chouinard, wurde zum Unternehmer, als er bei einem Klettertraining mit Freunden bemerkt, dass es an seiner Ausrüstung einiges zu bemängeln gebe. Anstatt sich zu beschweren, nahm  er die Sache selbst in die Hand: Er verbesserte  Karabiner und Haken und verkaufte sie unter dem Namen Chouinard Equipment.

Erst nach einer Reise durch Schottland, auf der es ihm die Polohemden angetan hatten, gründete er schließlich 1973 Patagonia und widmete sich der Outdoor Kleidung.
Als kein typischer Unternehmer und  einer großen Naturverbundenheit, war für Yvon von Anfang an klar: „Sustainability wird bei uns ernst genommen“. Und zwar nicht nur in Hinblick auf Ressourcen, sondern auch in Hinblick auf die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter.

Bei Patagonia gibt es keine strickten und langen Arbeitszeiten ohne Mittagspause. Surfen um zwischendurch den Kopf frei zu bekommen? Klar, raus mit dir und nimm am besten das Team gleich mit.

In seinem Buch Let My People Go Surfing skizziert Yvon seine Vision und Strategie, mit der das Label bis heute erfolgreich ist. Mehr Transparenz geht nicht.

 

 

Patagonia ist zusätzlich Mitbegründer der Allianz One Percent for the Planet. Dieser freiwillige Zusammenschluss von Unternehmen verpflichtet sich,  ein Prozent des Gesamtumsatzes oder zehn Prozent des Gewinns an Umweltorganisationen zu spenden.

DON’T BUY THIS JACKET – Patagonia propagiert gegen Überproduktion

2011 sorgte das Label für Aufsehen, als es die teuerste Werbeseite der New York Times an einem Black Friday kaufte und anstatt ein Advertisement zu platzieren, eine Warnung aussprach: Das Bild zeigte eine Patagonia Jacke mit der fettgedruckten Headline „KAUFT NICHT DIESE JACKE“. Damit wollte das Label auf unnötigen Konsum aufmerksam machen.

patagonia
Photo: Patagonia advertisement from the Friday, November, 25, 2011 edition of The New York Times

Wer sich also aufgrund des Hypes ein Piece von Patagonia gekauft hat, kann stolz auf sich sein. Aber schmeißt das T-Shirt bei ersten Mangelerscheinungen bitte nicht weg: Patagonia bietet in vielen Stores die Möglichkeit an, seine Lieblingsteile reparieren zu lassen oder Alt gegen Neu einzutauschen.

Hier wird nichts heimlich im Hinterhof verbrannt – da wird lieber gesurft.

Josephine Bartels

Hi, ich bin Josi, 20 Jahre alt und studiere Modejournalismus. Zurzeit halte ich mich in Berlin auf und arbeite für PR Agentur. Da ich das Schreiben jedoch viel zu sehr liebe, lasse ich euch hier an meiner Liebe zur Popkultur auf schriftliche Weise teilhaben. Ganz nebenbei bin ich Musikfreak und Schallplatten süchtig.

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