Was künstliche Intelligenz für uns verändert

Künstliche Intelligenzen dringen immer mehr in unseren Alltag ein. Alltag, der zu einem großen Teil aus Arbeit besteht. Arbeit, die unsere Miete, unser Smartphone und das Sushi vom Lieferservice finanziert. Wie realistisch ist es also, dass der Mensch bald von Maschinen ersetzt wird?

„Hi, may I help you?“
„Hi, I’d like to reserve a table for Wednesday, the 7th.“
„For seven people?“
„It’s for four people.“
„Four people? When? Today? Tonight?“
„Next Wednesday, at 6pm.“
„Actually, we reserve for upwars of five people. For four people, you can come.“
„How long is the wait usually to be seated?“
„For when? Tomorrow? Or weekend?“
„For next Wednesday, the 7th.“
„Oh no, it’s not too busy. You can come for four people, okay?“
„Oh, I gotcha. Thanks“
„Yep. Bye-Bye.“

Man könnte meinen, das Ganze soll ein Scherz sein. Aber laut Google-Chef Sundar Pichai ist dies ein echter Anruf. Weniger echt ist die Stimme, die einen Tisch reservieren möchte: Google Duplex, eine Erweiterung des Google Assistant. Sie soll in Zukunft für Menschen Termine telefonisch vereinbaren. Zum Beispiel wie oben gesehen einen Tisch im Restaurant reservieren.

Doch die künstliche Intelligenz, kurz KI, kann noch mehr. Besonders im Einzelhandel und E-Commerce spielt sie eine immer wichtiger werdende Rolle. Aktuelles Beispiel: Zalando. Um für eine personalisiertere Kundenansprache zu sorgen, setzt das Unternehmen auf „modernste, daten- und AI*-getriebene Technologien“, so Moritz Hahn, Senior Vice President of Supply and Demand bei Zalando. Der deutsche Onlineshop, strich deshalb über 200 Stellen im Marketing. Suchte dafür aber rund 2000 neue Mitarbeiter, hauptsächlich Datenanalysten und Entwickler.

Kann man in Anbetracht dessen also überhaupt davon sprechen, dass die Technologie Arbeitsplätze gefährdet oder werden wir einfach an einer anderen Stelle gebraucht?

Eine schwierige Frage, die selbst Experten heute noch nicht eindeutig beantworten können. Besonders prominent ist das Beispiel von autonom fahrenden Autos, die bald an Stelle von LKW-Fahrern Güter über unsere Autobahnen transportieren sollen. Und bis das soweit ist, dauert es laut Yoshua Bengio, Leiter des Montreal Institute for Learning Algorithms, nur noch wenige Jahre. Also zeitnaher, als bisher vermutet.

Der Prozess, dass Maschinen die Arbeit von Menschen übernehmen ist allerdings nichts neues und eng mit der Industrialisierung verbunden. So wurden beispielsweise Textilarbeiter oder Telefonistinnen durch technologische Errungenschaften abgelöst. Und auch diese haben an anderen Stellen wieder neue Arbeit gefunden. Problem ist nur, dass es dem Markt in unserem Beispiel an Zeit fehlt, um auf diese Umstrukturierung effizient reagieren zu können.

Sogar dieser Text könnte in Zukunft mithilfe künstlicher Intelligenz geschrieben werden. Alibaba, Chinas Online Riese, der vor allem im E-Commerce tätig ist, lässt einen Großteil seiner Produkte via AI betexten. Dazu analysierte sie Millionen bereits vorhandener Inhalte auf Tmall und Taobao.

Deep-Learning-Modelle, bei denen künstliche Intelligenzen anhand einer enormen Menge an Daten trainiert werden, zusammen mit Technologien zur Verarbeitung von natürlicher Sprache, sorgen dafür, dass diese KI nun rund 20.000 Zeilen Content pro Sekunde verfasst. Eine unglaubliche Masse, die durch Menschenhand niemals zu schaffen wäre. So haben beispielsweise Esprit und Dickies den AI-Writing-Robot für ihre Online-Stores verwendet. Sogar die Tonalität und Länge des Textes können die Marken selbst bestimmen.  Unter anderem lässt sich zwischen werbend, funktional, lustig, poetisch oder herzerwärmend wählen.

Auch Angela Merkel ist von all dieser Zukunftsmusik nicht eingeschüchtert. „Alles was digitalisierbar ist, wird auch digitalisiert werden“, so das Statement der Bundeskanzlerin. Von Ganz oben steht den künstlichen Intelligenzen also nichts mehr im Weg. Grund genug sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen.

*artificial intelligence

Hanna Lüthi

Hallo ich bin Hanna, studiere Modejournalismus/Medienkommuniation an der AMD und interessiere mich für so ziemlich alles, was unsere heutige Gesellschaft antreibt. Neues Lieblingsthema: künstliche Intelligenz.

Eine Antwort auf „Was künstliche Intelligenz für uns verändert

  1. Ein sehr interessanter Beitrag! Ich selbst finde künstliche Intelligenzen gar nicht so einschüchternd, wie alle sagen. Zum Beispiel möchte ich mir ein Google Home kaufen, weil sie einfach viele Sachen vereinfachen. Sehr schön geschriebener Artikel!
    LG Siv

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